Dr. Gabriele Göttert

Pestana & Co

Gleich nach der Ankunft am Flughafen in Faro wird man es bemerken - beim Erwarten der mitgebrachten Gepäckstücke an den meist quietschenden Förderbändern, spätestens jedoch auf der Fahrt zum ersehnten Feriendomizil: Der Golfsport ist allgegenwärtig. Der Algarve ist mittlerweile nicht nur für die Briten, die schon seit den 60-ger Jahren am sonnigen Südwestbalkon Europas "ihrem" Sport frönen, sondern zunehmend auch für kontinentale Mittel- und Nordeuropäer eine attraktive ganzjährige Golfdestination geworden. Großformatige Plakate, manche sogar mit dem strahlenden Lächeln erfolgsgekrönten Golflegenden versehen, buhlen um die Aufmerksamkeit der zahlungskräftigen Besucher und bewerben die luxuriösen Golfimmobilien, die für den in- und ausländischen Durchschnittsbürger fast unerschwinglich sind.

In den letzten 6 Jahren haben sich durch den rasanten wirtschaftlichen Aufschwung, den der Tourismus der Südprovinz Portugals beschert hat, auch in der lokalen Golfszene sichtbare Veränderungen vollzogen. Nicht nur die steigende Anzahl der Golfplätze, sondern auch das Warenangebot der zahlreichen Golf- und Proshops ist vielfältiger und moderner geworden. Einige Clubhäuser präsentieren sich nun in neuer, ansprechender Architektur. Aber jede Verbesserung kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld, das letztendlich wieder von den Spielern und Feriengästen eingenommen werden soll. Wo viel Sonne, dort viel Schatten; so sagt man. Und so hört man leider auch Reklamationen enttäuschter Golftouristen: Die Greenfees und die Preise in den Clubrestaurants seien mittlerweile zu hoch, die gebotene Qualität zu niedrig, das Personal muffig und die anderen Golfspieler auf den Plätzen zu langsam oder unkundig in der Golfetikette. Tatsache ist, daß sich der Algarve in einer Umbruchstimmung befindet, wobei mancherorts schneller, mancherorts zögerlicher auf das Anspruchsdenken der Gäste reagiert wird. Einige Golfplatzbetreiber haben sich schon vor geraumer Zeit in schwindelige Preishöhen verstiegen und damit den Newcomern im Golfgeschäft einen ständigen Anreiz zur Preiserhöhung geboten. Andere Golfplätze verbessern aber kontinuierlich ihren Service und locken mit preisgünstigen Spezialtarifen.

Eine portugiesische Erfolgsstory kann man in Carvoeiro, im pulsierenden Herzen des Algarve, live miterleben. Die von einer geschäftstüchtigen Hoteliersfamilie auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira 1972 gegründete Pestana Gruppe hat in den 90-er Jahren begonnen, im damals unbedeutenden Hinterland der Algarveküste auf 200 Hektar ein großzügiges Golfresort zu bauen. Nur wenige Autominuten von Lagoa entfernt, entstanden nach den Plänen des berühmten amerikanischen Golfplatzarchitekten Ronald Fream zwei anspruchsvolle, bestens gepflegte Plätze, die sowohl Anfängern als auch Profispielern zur Freude gereichen. Beide Anlagen beeindrucken durch die landschaftliche Ursprünglichkeit im Design. Der alte Baumbestand auf dem 1992 eröffneten Pinta-Kurs prägt die gediegene und gelassene Ausstrahlung dieses Platzes. Die Selbstverständlichkeit, mit der sich die mächtigen, Jahrhunderte alten, knorrigen Olivenbäume positionieren, zeugt von der Genialität des Erbauers. Bizarr gewachsene Feigenbäume, imposante Schirmpinien mit weit ausladenden Baumkronen verweisen auf das mediterrane Klima mit angenehmen Temperaturen auch im Winter. Reine Luft und viel Sonne verbreiten Urlaubslaune und bringen Wohlbefinden. Die unzähligen Mandelbäume sind zum Wahrzeichen der Region geworden. Vor allem im Frühling, wenn sie vor dem blitzblauen Himmel ihre weiß-rosa Blütenpracht kontrastiert entfalten, sind sie ein begehrtes und lohnendes Fotomotiv. Der Gramacho-Kurs wurde 1991 eröffnet. Der Platz beeindruckte bislang durch sein einzigartiges Layout: 9 Bahnen, die zweimal bespielt wurden, allerdings für alle Spielklassen jeweils von 2 separaten Tees auf insgesamt 18 unterschiedliche Fahnenpositionen. Seit kurzem sind weitere 9 Bahnen fertiggestellt. Die feierliche Eröffnung findet im Rahmen eines Turniers am 1. Juni 2002 statt. Zum Kennenlernen des "neuen" 18 Loch Gramacho-Platzes gibt es danach ein Spezalarrangement: Greenfee für 2 Personen und 1 Buggy zum Preis von 85 €. Preis-Leistung sind jedenfalls die Reise wert.


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Letzte Änderung am 2. Juni 2002