
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Golffreunde!
Neue Golfer braucht das Land?!"Der Algarve gilt schon seit etlichen Jahren als ideales Winterquartier für europäische Golfer. Die sonnenverwöhnte Südwestküste Europas ist für die meisten Gäste nur 2 bis 3 Flugstunden entfernt. Auf einem rund 150 km langen Küstenstreifen stehen mittlerweile zwei Dutzend Golfanlagen zur Disposition. Die reiche Auswahl an gepflegten und landschaftlich höchst reizvollen Plätzen lockt Jahr für Jahr mehr Golfer ins Land. Besonders das Frühjahr begeistert durch seine üppige, farbenfrohe Vegetation. Die angenehmen Tagestemperaturen um 23°C erwärmen sogar die immer häufiger anzutreffenden Nordeuropäer, für die das Spielen im T-Shirt und in kurzen Hosen eine zusätzliche Attraktion darstellt. Wer einmal seinen Urlaub hier verbracht hat, kommt wieder."Der Tourismusverband des Algarve und alle, die zahlende Gäste ins Land bringen wollen, werben mit diesen Vokabeln: Von der herzlichen Gastfreundschaft der Algarvios, den 300 Sonnentagen im Jahr, den einsamen Buchten, etc. ist dann überschwenglich die Rede. Aber nach einem Jahrzehnt hautnaher Eindrücke und Erlebnisse vor Ort frage ich mich allmählich, ob dieses "Schönwetter-Marketing" nicht längst revidiert gehört, die Selbstdarstellung nicht realistischer erfolgen sollte, um mitunter herben Enttäuschungen vorzubeugen. Natürlich ist Portugals Südküste auch heute noch klimatisch begünstigt, aber ist es auf lange Sicht gedacht wirklich klug, wenn mit anachronistischen Klischees und Superlativen manipuliert wird? Vor allem der deutsche Feriengast ist durch die derzeitige Konjunkturlage kritischer und preisbewußter geworden. Seit der Einführung des Euros sind die Preise ohne umständliches Rechnen mit dem Heimatland sofort vergleichbar. Dieser sinnvollen Transparenz ist es zuzuschreiben, daß der prozentuelle Anteil der deutschsprachigen Gäste derzeit rückläufig ist. Hießen die Zauberworte früher noch schlicht: Sonne, Strand und Meer, um die örtlichen Hotelbetten gewinnbringend zu belegen, so muß man heute schon garantierte Abschlagszeiten und reduzierte Green Fees versprechen, damit die Kasse in der gewünschten Frequenz klingelt. Die Tourismusmanager haben es schon längst erkannt: Die GolferInnen stellen eine anspruchsvolle aber lohnende Klientel dar, mit ausgezeichneten Wachstumsquoten. Die für den herkömmlichen Algarvetourismus lukrativen Sommermonate finden nun zunehmend ein nicht zu verachtendes Winterpendant durch die Golf-Hochsaison in den Monaten Oktober, November, Februar, März und April. Der Algarve boomt und golft. Im Jahr 2000 wurde der Algarve von einer Jury, bestehend aus Tourismusexperten, Profigolfern und Journalisten, als weltbeste Golfdestination des Jahres ausgezeichnet und mit Preisen und Medaillen nahezu überhäuft. Natürlich ist es erfreulich, daß sich in den letzten Jahren Ausbildung und Professionalismus verbessert haben. Aber ich beobachte, daß sich vielerorts das touristische Know-how vor allem auf die Steigerung der Quantität beschränkt. Die meist genannten Beschwerden lauten: Unpersönliche Massenabfertigung, unausgewogenes Preis- Leistungsverhältnis und mangelnde Servicebereitschaft. Dennoch, die Golfplätze im Süden Portugals sind so stark frequentiert, daß bestehende Plätze um zusätzliche Bahnen erweitert werden und sogar neue Plätze bereits im Bau sind. Doch ist es wirklich die Konkurrenz, die das Geschäft belebt, oder manifestiert sich die simple Tatsache, daß die Anzahl der GolferInnen europaweit explodiert ist? Jeder, der am Algarve lebt, freut sich über das offensichtliche Wachstum. Zahlreiche Infrastrukturverbesserungen erhöhen den Lebensstandard und den Komfort. Aber, wie sich in anderen Ländern schon gezeigt hat, liegt die Zukunft nicht allein in der Erhöhung der Quantität, sondern vor allem auch in der Verbesserung der Qualität, die letztendlich wieder ein Garant für die Umsatzziffern darstellt. Für uns Golfer sind rasch verfügbare Abschlagszeiten, gepflegte Bahnen, zügige Spielrunden ohne Stops, Grüns ohne Pitchmarken und Mitspieler, die mit den Golfregeln vertraut sind, Qualitätsmerkmale eines Golfplatzes. Die Golfplatzbetreiber wären also gut beraten, den kräftig gestiegenen Preisen ein Äquivalent an Leistung entgegenzusetzen. Patrouillierende Marschalls könnten z.B. nicht nur dafür sorgen, daß die, für die kaufmännische Kalkulation interessanten "Durchlaufzeiten" eingehalten werden, sondern auch darauf achten, daß sich Golfspieler auch im Urlaub so verhalten, wie sie es vom Golflehrer gelernt haben: Nicht länger als 5 Minuten nach einem verschlagenen Ball suchen, Divots zurücklegen, Pitchlöcher auf den Grüns ausbessern, etc., damit auch die nachfolgenden Spieler Freude am Golfen haben. In erster Linie ist Golf für die Golfplatzbetreiber natürlich ein Geschäft. Folgerichtig starten sie ausnahmslos nur solche Aktionen, die zur Absicherung und Vermehrung der bezahlten Green Fees beitragen. Doch die beachtlichen Preissteigerungen im Laufe der letzten Jahre sind bald nicht mehr zu rechtfertigen. Spielgebühren pro Person von 100 - 150 Euros für 18 Bahnen sind vor allem dann indiskutabel, wenn entweder der Platzzustand unbefriedigend ist, oder die Effizienz des Personals eindeutige Mängel aufweist. Vor allem in den renommierten Resorts erwartet man perfekten Service. Vale do Lobo bezeichnet sich selbst als "Europe`s Finest Golf & Beach Resort" und deshalb muß diese Ferienanlage auch immer etwas Besonderes bieten. Nach zahlreichen prestigeträchtigen Veranstaltungen, geschmückt mit internationalen Berühmtheiten, der feierlichen Eröffnung eines Kulturzentrums und bedeutenden baulichen Verbesserungen ist es dem Management unter der Leitung des Vorsitzenden der Vale do Lobo Firmengruppe, Sander van Gelder, gelungen, Gastgeber für die diesjährige "Algarve Open de Portugal" zu sein. Wie aus anderen Sportarten hinlänglich bekannt, lebt auch der Golf-Amateursport von seinen medienwirksamen Idolen. Einige der besten Golfprofis, die im Rahmen der European Tour nicht nur um die Ehre, sondern vor allem um beachtliche Preisgelder spielen, werden ihr Können vom 4.-7. April unter Beweis stellen und als Publikumsmagneten der vornehmen Golfplatzlegende noch mehr Image verleihen. Über Verlauf und Ausgang dieses Golfevents werde ich Ihnen in der nächsten Ausgabe berichten. Herzlichst, Ihre Gabriele Göttert |