Liebe Leserinnen und Leser, liebe Golffreunde!

Dr. Gabriele Göttert Konkurrenz belebt das Geschäft - so sagt man. Ob diese marktwirtschaftliche Grundregel auch am Algarve gilt, das frage ich mich allerdings. Nun, eines ist sicher: Die Golfplätze im Süden Portugals wurden noch nie zuvor so stark frequentiert, wie in diesem Jahr. Weitere Anlagen sind im Bau oder befinden sich schon im Projektstatus. Mandelzweig

Wenn das so weitergeht, wird man bald in Tavira abschlagen und am letzten Hole in Sagres einlochen können, ohne einmal die EN 125 zu überqueren. Vielleicht ist diese Golfplatzmania auch der wahre Grund dafür, daß der Ausbau der Autobahn nach Lagos so schleppend vorangeht. Man bastelt möglicherweise an einer multifunktionellen Trasse. Sollten die EU-Gelder für den Straßenbau versiegen, werden die letzten Asphaltkrümel halt grün bemalt und als Fairway verwendet; dann gibt es gleich nochmals finanzielle Unterstützung, nämlich von der Tourismusbehörde. Wie praktisch! Die Schlaglöcher brauchen nur mit Strandsand aufgefüllt werden und können hernach gleich als Bunker verwendet werden. Fairway
Heute schon müssen Golfclub-Mitglieder im frühen Morgengrauen ihr Golfränzlein packen, um im Heimatclub zumindest an den Turnieren teilnehmen zu können. Die "zivilen" Zeiten sind natürlich den Greenfeepielern, sprich den Feriengolfern, vorbehalten. Und wer will schon im Urlaub früh aufstehen, nur um Golf zu spielen? Das kann man laut Clubdirektion nur den Residenten zumuten. (Denn die haben ihre Jahresgebühr ja schon bezahlt.) Man hat sogar schon einen britischen Clubsekretär sagen hören, die Clubmitglieder mögen den auswärtigen Gästen auch die guten, sonnigen Plätze auf der Clubhausterrasse überlassen. (British humor?)

Die streßfreien Zeiten für stationäre Golfer am Algarve sind offenbar vorbei. Freunde, wir haben reichlich Konkurrenz bekommen! Wir werden künftig für selbstverständlichen Service noch tiefer in die Tasche greifen müssen, nicht nur im Kampf um die Sonnenplätze auf der Clubhausterrasse. Es gibt erste Anzeichen für Klimaveränderungen und auch Residenten werden aus der Reserve gelockt. Eigeninitiative und Kreativität sind gefragt, um seine Umgebung mit zu gestalten. Insofern belebt Konkurrenz doch - auch am Algarve, aber nicht so sehr die inländischen Produzenten, sondern vielmehr die ausländischen Konsumenten.

Das stimmt mich nachdenklich.

Herzlichst, Ihre Gabriele Göttert


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Letzte Änderung am 11. Juni 2000